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Grundpflege: Unterstützung bei täglichen Verrichtungen

07-01-2019 Betreuung & Pflege
 
Hände symbolisieren den Halt durch die Grundpflege
Symbolischer Halt

Unter Grundpflege versteht man regelmäßig wiederkehrende Maßnahmen zur Pflege. Sie soll pflegebedürftigen Menschen dabei helfen, ihre alltäglichen Grundverrichtungen zu bewältigen. Grob umrissen gehören Körperpflege, Ernährung und Mobilität zu den grundlegendsten Maßnahmen dieser Form der häuslichen Pflege. Im Gegensatz zur Behandlungspflege führen meist die Angehörigen die pflegerischen Hilfeleistungen durch. Die Kosten für eine Grundpflege trägt die Pflegeversicherung.

Ziele der Grundpflege

Der Zweck der Grundpflege ist die sogenannte aktivierende Pflege. Die pflegebedürftige Person bekommt die Unterstützung, die sie braucht, um die notwendigen Verrichtungen, wie Toilettengang oder Nahrungsaufnahme, weitestgehend selbst durchzuführen. In Bereichen des täglichen Lebens, wie Ernährung, Mobilität und beim Waschvorgang soll die Person dadurch trotz Pflegebedürftigkeit ihre Eigenständigkeit behalten.

Vorbereitung der Nahrung als Beispiel für aktivierende Pflege
Aktivierende Pflege: Hierzu zählt z.B. die Vorbereitung der Nahrung

Deswegen beinhaltet die Grundpflege zumeist pflegerische Hilfen und keine völlige Übernahme der Verrichtung. Beispielsweise umfasst die Grundpflege im Bereich der Nahrungsaufnahme die notwendigen Handgriffe, wie die Nahrung in mundgerechte Bissen zu schneiden. Dank dieser Zubereitung kann der Pflegebedürftige die Nahrung eigenständig aufnehmen.

Leider wird das Ziel der Erhaltung der Eigenständigkeit nicht bei allen Fällen erfüllt. In diesen Fällen spricht man von einer vollständigen Übernahme. Die folgende Infografik erläutert die fünf Formen der pflegerischen Hilfen in der häuslichen Grundpflege.

Die 5 Hilfsformen als Infografik
Infografik: Die fünf Hilfsformen

Übernahme der Kosten und Einstufung der Pflegegrade

Seit 2017 werden die Pflegegrade nicht mehr wie die Pflegestufen nach dem Zeitaufwand für die alltägliche Pflege bemessen. Vielmehr werden die pflegerischen Aufgaben nun in verschiedene Module unterteilt. Dies hat den Vorteil, dass alle Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person berücksichtigt werden und nicht nur die Zeit, die es beispielsweise für das morgendliche Waschen und Anziehen braucht. Zu den Modulen gehören:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung und selbstständiger Umgang
    mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Nach genauen Begutachtungsrichtlinien legt der Gutachter anschließend einen Pflegegrad fest. Die neue Unterteilung kommt vor allem Menschen zugute, die nicht nur auf eine körperbezogene Pflege oder eine Unterstützung im Haushalt angewiesen sind, sondern auch bei psychischen und sozialen Belangen unterstützt werden müssen.

Vor der Änderung von Pflegestufen zu Pflegegraden war es ratsam ein Pflegetagebuch zu führen, um eine genaue Einteilung in eine jeweilige Pflegestufe zu vereinfachen. Heute decken die Module alle Anforderungen ab, die eine Pflege zu erfüllen hat, und werfen ein realistisches Bild auf den Bedarf der pflegebedürftigen Person. Die Einstufung in Pflegegrade bestimmt das Maß der Unterstützung, das Sie von der Pflegeversicherung erhalten.

Und noch ein nützlicher Tipp: Sollten Sie die Pflege Ihres Angehörigen für einen bestimmten Zeitraum nicht übernehmen können, steht Ihnen eine sogenannte Verhinderungspflege zu. In diesem Fall übernimmt eine externe Pflegeperson entweder in Form einer 24 Stunden Betreuung oder eines ambulanten Pflegedienstes die Pflege Ihres Angehörigen. Die Kosten für die Verhinderungspflege trägt die Pflegekasse.

Tipps für die Pflegeperson

Hier finden Pflegepersonen nützliche Tipps, damit sie die pflegebedürftige Person bestmöglich bei den täglichen Grundverrichtungen unterstützen können.

Vorbereitung

Im Rahmen der Vorbereitung bereiten Sie alles dahingehend vor, dass Ihrem Angehörigen die Verrichtung so leicht wie möglich gemacht wird, wie zum Beispiel der Vorgang des Zähneputzens. Vor der eigentlichen Verrichtung stellen Sie beispielsweise die Zahnbürste bereit, schrauben die Zahnpastatube auf und stellen nach Bedarf einen Stuhl vor das Waschbecken.

Durchführung

Während der Verrichtung erleichtern Sie der pflegebedürftigen Person mit den notwendigen Handgriffen die Durchführung der Verrichtung. Dazu gehört bei unserem Beispiel etwa die Unterstützung der Handführung während des Zähneputzens oder das Anreichen des Wasserbechers im Anschluss.

Nachbereitung

Zur Nachbereitung gehört bei unserem Beispiel das Trocknen des Gesichts, die Reinigung der Zahnbürste und das Begleiten des Pflegebedürftigen aus dem Badezimmer.

Kleine und große Grundpflege

Vor dem Pflegestärkungsgesetz II im Jahr 2017 wurde die Grundpflege nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) in eine kleine und eine große Grundpflege unterteilt. Dabei wurden der Aufwand und die Zeit berücksichtigt, die für das Waschen der pflegebedürftigen Person beansprucht wird. Je nach zeitlichem Aufwand wird also zwischen einer kleinen oder großen Grundpflege unterschieden. Der Vollständigkeit halber haben wir diese Unterteilung im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Kleine Grundpflege

Zur kleinen Grundpflege gehören folgende Tätigkeiten bzw. Pflegeleistungen:

  • Unterstützung beim An- und Ausziehen, Kleidung auswählen und bereitlegen
  • Waschen von Teilen des Körpers, keine Gesamtkörperwäsche. Gewaschen wird dabei zum Beispiel der Oberkörper oder der Unterkörper. Unter diesen Punkt fällt beispielsweise auch die Intimhygiene
  • Rasieren, Kämmen usw.
  • Zahnpflege
  • Hilfen beim Stuhlgang oder Wasserlassen, Unterstützung bei Hinsetzen und Aufstehen, anschließende Reinigung, ggfs. Katheterpflege, Urinbeutel entleeren, Versorgung bei künstlichem Darmausgang
  • Vorbeugung, Prophylaxen von Verletzungen z. B. beim Treppensteigen
  • Hauswirtschaftliche Versorgung

Große Grundpflege

Zur großen Grundpflege gehören folgende Pflegeleistungen:

  • Unterstützung beim An- und Auskleiden, Kleidung auswählen
  • Ganzkörperwäsche: Dusche, Badewanne oder am Waschbecken
  • Rasieren, Kämmen usw.
  • Zahnpflege
  • Hilfe beim Toilettengang: Unterstützung bei Stuhlgang und Blasenentleerung (Harnlassen), WC oder Toilettenstuhl säubern, Versorgung von Harnröhrenkatheter, Entleeren des Katheterbeutels, entsprechende Versorgung bei einem künstlichen Darmausgang (Anus praeter), Toilettentraining
  • Vorbeugen von Verletzungen und Unfällen
  • Gewährleistung einer hauswirtschaftlichen Versorgung

Professionelle Unterstützung

Professionelle Unterstützung gibt pflegebedürftiger Person Rückhalt
Professionelle Unterstützung – Fachpersonal gibt Seniorin Halt

Je nach Pflegestufe beansprucht die Grundpflege einer pflegebedürftigen Person täglich bis zu vier Stunden. Ein derartiger Zeitaufwand lässt sich nur selten mit den Pflichten aus Berufsleben und / oder Alltag vereinbaren. Nehmen Sie jetzt kostenfrei Kontakt über das Kontaktformular auf und lassen Sie sich unverbindlich über unsere professionelle Unterstützung informieren.
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